Johann Maximilian von Welsch (1671 – 1745)

Architekt und Festungsbaumeister
Kurmainzischer und Bamberger Oberbaudirektor

Welsch wurde ab 1704 mit dem Ausbau und der Vollendung der Festung Mainz unter KurfĂŒrst und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn betraut. Weiterhin wirkte er an den Festungen Rosenberg (Kronach), Forchheim, Kehl sowie der Zitadelle Petersberg (Erfurt). DarĂŒber hinaus plante und baute er an etlichen Schlössern, Adelspalais und Regierungsbauten sowie Kirchenbauten.

Der fĂŒr seine Zeit außerordentlich weit gereiste Maximilian von Welsch verfĂŒgte ĂŒber einen weitreichenden Erfahrungsschatz, die grundlegend fĂŒr seine spĂ€tere Arbeit wurde. Schon Welschs „erstes Leben“ als junger Offizier in Diensten des Sachsen-Gothaischen Mietregiments fĂŒhrte ihn auf einer Studienreise im Geleit des Prinzen Johann Wilhelm von Sachsen-Gotha von 1699-1700 durch Europa. Die jungen Herren erkundeten gezielt die modernsten Festungsbauten ihrer Zeit und damit Werke des unumstrittenen Meisters Marschall de Vauban. Kurz vor Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs und teilweise inkognito fĂŒhrte sie ihre Reise entlang politisch bedeutender europĂ€ischer Grenzen. Ein hierzu ĂŒberlieferter Reisebericht wird in der Fachwelt gewertet als eine „fĂŒr die Festungsforschung ohne Übertreibung mittlere Sensation, die historische PlĂ€ne lebendig werden lĂ€sst“.

Soweit bekannt, ist kein PortrĂ€t des Festungsbaumeisters ĂŒberliefert.

AnlĂ€sslich des 350. JubilĂ€ums des Geburtstags von Maximilian von Welsch im Jahr 2021 gab es eine Sonderausstellung auf der Festung Rosenberg in Kronach. Der beeindruckende Begleitband zur Ausstellung „Maximilian von Welsch – Ingenieur und Architekt des Barock“ enthĂ€lt 245 Abbildungen auf 320 Seiten sowie spannende FachbeitrĂ€ge und ist beim Michael Imhof Verlag verfĂŒgbar.


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