FORTE CULTURA Station: befestigte Stadt Ravenstein (NL)

Festungsstadt Ravenstein: Wälle, Freiheit und das Erbe der Maas

Die Festungsstadt Ravenstein entstand im 14. Jahrhundert, als Walraven van Valkenburg, als Lehnsmann des Herzogs von Brabant, beschloss, zur Erzielung zusätzlicher Einnahmen Zölle zu erheben. Zu diesem Zweck errichtete er eine Burg an der Maas. Um diese Burg herum wuchs rasch eine Siedlung heran, wodurch Ravenstein Ende des 14. Jahrhunderts offiziell Stadtrechte erhielt.

Aufgrund seiner Lage war Ravenstein zu jener Zeit ein wichtiger militärischer Stützpunkt. Die Festungsstadt lag nämlich im Grenzgebiet zwischen Brabant, Gelre und Kleve. Lange Zeit gehörte die Festungsstadt daher zum Herzogtum Kleve. Die Herzogtümer Gelre und Brabant waren Rivalen. Das machte Ravenstein zu einem strategisch wichtigen Ort, von dem aus Truppen mobilisiert werden konnten.

Erst ab 1814 gehörte Ravenstein schließlich zum Königreich der Niederlande. Nicht mehr als Festung und ohne Burg, sondern als geschäftiges Gebiet rund um die aufstrebende Industrie und Landwirtschaft. Aus dieser Zeit sind noch heute die Häuser im Stil der „Bossche Schule“ zu sehen. Ravenstein ist eine einzigartige Festungsstadt mit viel Geschichte, innerhalb der Zuiderwaterlinie.


Ravenstein war eine ciudad fortificada. Sie wurde später in die Verteidigungslinie Zuiderwaterlinie eingegliedert.

Rathaus von Ravenstein

Der auf Strafsachen spezialisierte Steueranwalt Johan Frans van Willigen erhielt im Jahr 1726 drei alte Häuser. Diese drei Häuser ließ er zu dem heutigen Rathaus zusammenbauen. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts diente das Haus als Wohnhaus. Heute wird das Rathaus von Ravenstein unter anderem für Trauungen, offizielle Empfänge und als Touristeninformation genutzt.

Garnisonskirche Ravenstein

Die Garnisonskirche wurde 1641 erbaut. Da Ravenstein damals nicht zur Republik gehörte, herrschte dort Religionsfreiheit. Das Land Ravenstein wurde dadurch zu einem Zufluchtsort für Ordensgemeinschaften aus der Republik.

Katholiken nahmen auf dem Gebiet von Ravenstein an der Messe teil und kehrten anschließend zurück. Heute wird die Kirche auch als Niederländisch-Reformierte Kirche bezeichnet und gehört zu den protestantischen Kirchen.

Bollwerk Philips van Kleef

Das Philips-von-Kleef-Bollwerk ist ein Überrest der alten Befestigungsanlagen von Ravenstein. Das Bollwerk wurde im 16. Jahrhundert errichtet, um die Stadt besser gegen Angriffe von außen zu verteidigen. Von der Festung aus hatten die Soldaten nämlich einen guten Überblick über die Umgebung und die Maas.

Heute ist sie ein besonderer Ort, an dem Besucher die militärische Geschichte von Ravenstein erleben und den Blick auf die umliegende Landschaft genießen können.

Spazierengehen in der Festungsstadt Ravenstein

Bei der Touristeninformation kannst du verschiedene Wanderrouten anfordern. Besonders empfehlenswert ist die 1,5-stündige Poesie-Wanderung. Während dieser Wanderung erhältst du Erläuterungen zur Umgebung und an verschiedenen Stellen auch ein Gedicht.

Start- und Endpunkt ist die Stadtpumpe auf dem Marktplatz in Ravenstein.

Ein Tag in der Festungsstadt Ravenstein

Im Zentrum von Ravenstein findest du malerische Häuser, zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude, Festungsanlagen und Stadttore. Das historische Zentrum lädt daher zu einem schönen Nachmittagsspaziergang ein. Schauen Sie unbedingt einmal im Gerbereimuseum vorbei. Die Lederindustrie in Ravenstein blickt auf eine reiche Geschichte zurück, über die Sie im Museum alles erfahren können. Und sehen Sie die Mühle auf dem Hügel? Darin ist die Bierbrauerei Wilskracht untergebracht.

Architektur der Festungsstadt Ravenstein

Die Festungsanlagen von Ravenstein sind ein komplexes, mehrschichtiges System, bei dem spätere Erdwälle oft ältere Protektionen überdeckten und so für die Nachwelt konservierten. Hier sind weitere vertiefende Details zu den spezifischen Verteidigungsbauwerken:

Das „unsichtbare“ Erbe: Das Philips van Kleefbolwerck (1509)

Dieses Bolwerck gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der niederländischen Festungsgeschichte.

  • Architektur: Es wurde im altitalienischen Stil (trace italienne) errichtet, um dem Aufkommen schwerer Artillerie zu begegnen. Es besteht aus massiven Steinräumen, die mit Erde überdeckt wurden, um Kanoneneinschläge zu absorbieren.
  • Elemente: Die Anlage umfasst zwei Geschutzkeller, zwei Kasematten und einen zentralen, großen ovalen Aufenthaltsraum. Die Kasematten ermöglichten es den Verteidigern, seitlich über den Festungsgraben zu feuern, um „tote Winkel“ für Angreifer zu eliminieren.
  • Erhaltung: Dass dieses Bauwerk heute fast unbeschädigt ist, liegt daran, dass es 1621 beim Bau des größeren Bastions Famars einfach mit Erde zugeschüttet wurde.

Die Vorwerke: Hoornwerken und Ravelijnen

Um die Belagerer auf Distanz zu halten, verfügte Ravenstein über ein ausgeklügeltes System vorgelagerter Verteidigungsposten:

  • Hoornwerken (Hornwerke): Ravenstein besitzt zwei dieser rechteckigen Werke. Das Bovenste Hoornwerk im Südwesten ist das einzige in den Niederlanden, das über die Jahrhunderte unbebaut geblieben ist. Es diente dazu, die Distanz zwischen der Stadt und feindlichen Belagerern zu vergrößern.
  • Ravelijn ‚t Polleke: Dieses erdene Außenwerk aus dem 17. Jahrhundert wurde erst vor kurzem (2022/2023) umfassend restauriert. Dabei wurde ein fester Damm durch eine Holzbrücke ersetzt, um den ursprünglichen Inselcharakter wiederherzustellen und den Wasserfluss im Graben zu verbessern. Auf diesem Ravelijn befindet sich zudem ein historischer protestantischer Friedhof.
  • Ravelijn Halve Maan: Über dieses Werk führt heute die Landpoortstraat, die Hauptzufahrtsstraße zum Stadtzentrum.

Flankenschutz: Die Rondele

An den strategisch wichtigen Ecken der Stadtmauer wurden im 14. Jahrhundert Rondele errichtet, die später in die Deichanlagen integriert wurden:

  • Bokrondeel: Es liegt an der Ecke Walstraat/Maasdijk und war ursprünglich ein Turm, auf dem später Kanonen platziert wurden. Unterhalb des Rondeels floss früher ein befahrbarer Nebenarm der Maas, die „Strang“.
  • Kasteelrondeel: Dieses schwere Mauerwerk war jahrhundertelang nur einen Meter unter der Deichoberfläche verborgen und wurde 1997 bei einer Deichverstärkung wiederentdeckt und rekonstruiert.

Die Stadttore als letzte Überreste

Von der ersten Stadtbefestigung (1380) sind zwei Tore erhalten, die zu den ältesten Bauwerken der Stadt zählen:

  • Kasteelsepoort: Ursprünglich Teil der Vorburg, gewährte es Zugang zum heute verschwundenen Schloss.
  • Maaspoort: Es sicherte den Zugang vom Fluss her und war Teil der ersten Stadtmauer.

Heute sind diese Anlagen in die Zuiderwaterlinie integriert, eine 160 km lange Verteidigungslinie, die Ravenstein mit anderen Festungsstädten wie Grave und Bergen op Zoom verbindet.

Rund um die Festungsstadt Ravenstein können Sie eine abwechslungsreiche Naturlandschaft entlang der Maas genießen. Ein besonderer Ort ist das „Waterfront Ravenstein“, wo historische Befestigungsanlagen auf grüne Ufer treffen und sich ein herrlicher Blick über den Fluss bietet. Die Umgebung bietet Wander- und Radwege durch die Maaslandschaft und entlang alter Befestigungsanlagen.


eventos

Sehen Sie sich die Veranstaltungen in Ravenstein an.


Póngase en contacto con nosotros

Toerisme Ravenstein
Sint Luciastraat 2

5371 AS Ravenstein
Tel.: +31 (0)486 411306

correo electrónico
Página web


Mapa del viajero está cargando…
Si ves esto después de que tu página se haya cargado completamente, es que faltan archivos leafletJS.


Comentarios

Deja una respuesta

Tu dirección de correo electrónico no será publicada. Los campos obligatorios están marcados con *